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Wenn Immaterielles Kulturerbe durch die Straßen zieht und festlich klingt
Die Adventszeit ist für die 15 Bergkapellen im Sächsischen Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e.V. die auftrittsreichste Zeit des Jahres. Dabei sind nicht nur die 12 Landesbergparaden an den vier Adventswochenenden musikalisch zu begleiten. Auch die zahlreichen eigenen Weihnachtskonzerte, Programme auf Weihnachtsmärkten in kleinen und großen Besetzungen, kleinere Aufzüge, Mettenschichten oder das Weihnachtsliederblasen in Kirchen in Pflegeheimen und vor Krankenhäusern gehören für unsere Bergkapellen dazu.
Doch die Bergparaden des SLV sind etwas Besonderes und Gipfeln ein jedes Mal in die vielbeachteten bergmusikalischen Zeremonielle. Hier spielen dann alle teilnehmenden Orchester gemeinsam die Bergmärsche des Erzgebirges, den wunderschönen Coral „Herr der du meine Pfade lenkst“ und natürlich das „Steigerlied“ - zum Finale der Bergkonzerte.
Das „Singen des Steigerliedes“ ist wie die „Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen“ Immaterielles Kulturerbe der UNESCO in Deutschland. Auch wenn es so scheint als wäre es jedes Jahr das Gleiche, so ist doch jede Bergparade etwas ganz Besonderes und auch jeder dieser Aufzüge einmalig. Sei es durch die wechselnden teilnehmenden Vereine und Musikkapellen oder auch die wettertechnischen, räumlichen und zeitlichen Umstände.
In der 2025-er Adventszeit stachen dabei drei Bergparaden besonders heraus. Die Erste – zum Finale des Kulturhauptstadtjahres am 29. November 2025 in Chemnitz. Der Einladung der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 und des Landesverbandes sind nicht nur die sächsischen Vereine gefolgt, sondern auch weit über 100 Teilnehmer aus fünf weiteren Bundesländern und Vereine aus der Tschechischen Republik, so wurde diese zu einer Europäischen Bergparade.
Nach 14 Jahren wurde durch den SLV wieder eine Bergparade in der Landeshauptstadt Dresden abgehalten. Offiziell erlebten am Vorabend des 4. Advents die Parade von 512 Berg- und Hüttenleuten, vor historischer Kulisse von Terrassen-Ufer, Frauenkirche und Residenzschloss, 120.000 Besucher. Diese waren begeistert und feierten förmlich die erzgebirgische Bergbautradition und sangen das Steigerlied kräftig mit.
Bei Kaiserwetter formierten sich am 4. Advent 1.276 Teilnehmer aus 47 Vereinen zur größten Bergparade des Jahres in Sachsen, darunter 280 Musikantinnen und Musikanten aus 8 Orchestern und 99 Gäste aus 6 Gastvereinen. Die Parade zog durch die Straßen von Annaberg-Buchholz, gesäumt von tausenden Zuschauern aus Nah und Fern, zur Sankt Annenkirche. Hier gaben die Musikanten ein beeindruckendes Bergkonzert und auch hier erklang zum Finale und Jahresabschluss das Steigerlied.
Diese drei Paraden erlebten ein überdurchschnittliches Medieninteresse und wurden durch den Mitteldeutschen Rundfunk in die warmen Stuben weltweit übertragen. Dennoch erlebt nur der Besucher und Teilnehmer vor Ort den wahren Zauber einer tief in den Herzen der Erzgebirger verwurzelten sächsischen Tradition. Diese vor über 300 Jahren durch August dem Starken, zum Leben erweckte Tradition zeugt noch heute vom Stolz der Berg- und Hüttenleute und wird mit viel Liebe und Herzblut gepflegt und in die Zukunft getragen. Ein ganz wichtiger Baustein ist dabei die Bergmusik durch unsere Orchester und Bergkapellen.
Foto: Gerd Melzer, Kristian Hahn, S. Fritzsche, TAG24 Eric Münch
